Unternehmensorganisation mit dem Dynamogramm

In einem früheren Blogbeitrag haben wir die Unterschiede zwischen Organisation und Disposition im Vertrieb beleuchtet. Dieses Thema greifen wir heute wieder auf mit einem neuen Begriff: das Dynamogramm. Die Zeitschrift Capital schreibt in ihrer Ausgabe vom 22.09.2014: „Ein lebendiger, dynamischer Organismus, der vor Vitalität und Veränderungsbereitschaft nur so strotzt. Der sich mit hoher Flexibilität und Geschwindigkeit an sich verändernde Wettbewerbssituationen anpasst. In dem Kreativität, Neugier, Offenheit, Konzentration und Verlässlichkeit das tägliche Denken und Handeln prägen. Das ist das Zielbild, das sich alle Führungskräfte für ihre Unternehmen und Verantwortungsbereiche wünschen.“ Wenn Sie das ähnlich sehen – wie müssen Sie dafür dann Ihre Organisation anpassen? Eins wird bei der Betrachtung sehr schnell klar: die bekannte Form des Organigramms als bildhafte Darstellung von Hierarchien und Beziehungen im Unternehmen scheidet damit aus. Sie dokumentiert lineare Beziehungen, sozusagen „Einbahnstraßen“, die wenig geeignet sind, die Komplexität eines Unternehmens – oder, um in dem obigen Bild zu bleiben: „den lebendigen dynamischen Organismus – darzustellen. In diesen komplexen Gebilden fließen Informationen eben nicht mehr (nur) von A nach B, sondern nehmen ganz unterschiedliche Wege, werden verstärkt, zurückgespielt usw.. Selbstverständlich können Sie diese sowieso stattfindende Komplexität in Ihrem Unternehmen vereinfacht abbilden durch ein lineares Organigramm. Durch diese visuelle Vereinfachung werden Ihre Prozesse und Ihre Kommunikation nicht einfacher. Genau hierüber habe ich kürzlich mit einem Unternehmer gesprochen. Er hatte im letzten Jahr mit unserer Unterstützung Stellenbeschreibungen und Abteilungen im Unternehmen eingeführt. Nun war er unglücklich über das veränderte Verhalten seiner Mitarbeiter: Sie dachten und handelten nur noch in (ihren) Zuständigkeiten und fühlten sich nicht mehr für das Ganze verantwortlich. Für einen ganzheitlich denkenden Unternehmer der Horror! Er spürte, wie die Mitarbeiter zwar effizienter wurden – aber die Vision des Unternehmens stand auf der Kippe. Der Geschäftsführer war kurz davor, die Stellenbeschreibungen und Abteilungen zurückzunehmen bzw. aufzulösen und seine alte Welt wieder einzuführen. Schließlich hatten die Neuerungen ja nichts gebracht, war sein erster Gedanke. Im weiteren Verlauf des Gesprächs konnte ich ihm zwei Dinge aufzeigen: Zum einen hatte er – wie erwartet – seine alten Probleme mit den neuen Werkzeugen gelöst, der Betrieb wurde insgesamt schlagkräftiger. Die Stellenbeschreibungen haben den Mitarbeitern erst aufgezeigt, was ihre Aufgabe ist und wie diese in das Gesamtunternehmen eingebettet sind. Ein Verteidiger im Fußballverein muss wissen, was seine Aufgabe als Verteidiger ist. Das Gleiche gilt für den Stürmer, Torwart, etc.. Wenn es aber darauf ankommt, dann muss der Verteidiger mit stürmen und der Stürmer mit verteidigen. Das geht nur dann, wenn die Arbeitsbeziehungen nicht linear, sondern dynamisch dargestellt werden. Die neuen Hierarchien und im Organigramm klar erkennbaren „Oben-Unten-Zuständig-Nicht-Zuständig“-Bereiche hatten genau das nicht getan. Wir haben uns dann dafür entschieden, aus dem von oben nach unten hierarchisch aufgebauten Organigramm mit linearen Beziehungen auszubrechen, und ein Dynamogramm aufgebaut. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass der Kunde im Mittelpunkt steht und in einem Kreis drum herum alle Abteilungen angesiedelt sind, die in direktem Kundenkontakt stehen. In einem weiteren Kreis wurde die Firma in den Mittelpunkt gestellt und alle für die Firma tätigen Abteilungen darum platziert. Dadurch wurden zunächst einmal die beiden Schwerpunkt-Themen visualisiert: Kunden-Prozesse und interne Prozesse. Die damit verbundenen Mitarbeiter wurden als Satelliten drum herum angeordnet und ihre Arbeitsbeziehungen mit Linien dargestellt. Das klingt im ersten Moment verwirrend – und das ist es auch. Genauso verwirrend wie Beziehungen in Unternehmen nun einmal sind. Wir hatten jetzt aber ein Bild, über das wir mit den Mitarbeitern reden konnten. Und vor allem eins, in denen keine „Ich-bin-nicht-zuständig“-Boxen zu erkennen waren: alle beteiligten Abteilungen wirken gleichberechtigt auf den Kunden ein und sind damit auch gleichberechtigt verantwortlich. Wenn Sie daran interessiert sind zu erfahren, wie Sie so ein Dynamogramm in Ihrem Unternehmen aussehen könnte, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf: office@cramer-mueller-partner.de

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cramer müller & partner