Die acht Elemente einer guten Moderation

Aus unserer Sicht enthält eine gute Business-Moderation insgesamt 8 Elemente. Dabei reden wir nicht vom klassischen technischen Moderationszyklus, wie er in entsprechenden Moderationstrainings gelehrt wird, sondern von unseren Erfahrungen aus zahlreichen durchgeführten Moderationen in der Praxis von mittelständischen Unternehmungen, zumeist auf Geschäftsführungsebene.

Die 8 Elemente lauten: Zielsetzung, Teilnehmer, Ort, Dauer, Methoden, Flexibilität, Dokumentation und Aufgabenliste.

Als erstes gilt es die übergeordnete Zielsetzung des Workshops zu klären. Nur so ist der Moderator in der Lage die nötigen Werkzeuge auszuwählen und sie passgenau zu den Fragestellungen vorzubereiten. Gleich im Anschluss müssen die Teilnehmer festgelegt werden. Diese sollten in der Lage sein etwas inhaltlich zur Zielsetzung des Workshops beizutragen. Ein guter Moderator wird dabei darauf achten, dass neben den erforderlichen Fachkräften auch genügend Querdenker in einem moderierten Workshop dabei sind.

Nicht nur unter Kostenaspekten sollte frühzeitig über den Ort und die Dauer des Workshops diskutiert und entschieden werden. Lange Workshops sind nicht automatisch bessere Workshops. Oftmals liegt „in der Kürze die Würze“. Viel wichtiger ist unserer Erfahrung nach jedoch der Ort. Workshops in Haus bringen oftmals nicht die Ergebnisse wie ein Workshop an einem externen Ort. Zusammenfassend lässt sich also sagen: lieber ein kurzer extern moderierter Workshop an einem fremden Ort als ein zu lange dauernder Workshop im eigenen Haus.

Jetzt steht die Methoden-Auswahl an. Hier ist der Moderator gefordert. Es geht darum, dass er entscheidet, an welcher Stelle Impulsvortrag, Gruppenarbeit oder Einzelarbeit, Plenumsdiskussionen, Metaplan-Arbeit, Brainstorming etc. wichtig und richtig sind. Dafür erstellt er einen entsprechenden Ablaufplan, in dem sowohl die Zielsetzung des jeweiligen Tagesordnungspunkts als auch die einzusetzenden Medien und Methoden dokumentiert sind. Dieser Ablaufplan wird mit dem Auftraggeber abgestimmt und ist der anschließende Regieplan für die Moderation.

Ganz wichtig ist während des Workshops eine große Portion an Flexibilität. Die wenigsten Workshops verlaufen so wie zuvor geplant. Der Moderator muss spontane Hinweise und Ideen aufgreifen und integrieren können, sofern sie zielführend sind.

Ganz zum Schluss kommt die Workshop-Dokumentation. Hier bietet sich das klassische Fotoprotokoll an, das üblicherweise mit den erarbeiteten Kernergebnissen, Excel-Tabellen und PowerPoint-Präsentationen ergänzt wird. Ein ganz wesentliches Dokumentationsergebnis ist die ToDo-Liste: Wer macht was bis wann? Ohne eine solche Liste sollte ein Workshop nie zu Ende gehen.

Aber auch dann ist die Arbeit eines Moderators noch nicht beendet. Ein guter Moderator wird die ToDo’s auf eigene Wiedervorlage legen und nachfassen, wenn die Termine zur Erledigung anstehen. Letztlich ist ein moderierter Workshop nur so gut wie die Umsetzung der dabei herausgekommenen Ergebnisse. Erst da endet die Verantwortlichkeit des Moderators.

Wie cm&p diesen Ansatz für seine Kunden verwendet erläutern wir Ihnen in unserem nächsten Blogbeitrag der sich mit dem Phase-0-Ansatz beschäftigt.

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Was habe ich als Unternehmer von einem extern moderierten Workshop?

Viele Unternehmer fragen uns, warum sie einen externen Moderator buchen sollen. Bei den vielen Fach- und Führungskräften im Unternehmen kann man das doch auch selber machen, oder? Ja und nein zugleich …

Bei der Diskussion, ob ein Workshop extern moderiert werden sollte, gilt es 3 Punkte zu berücksichtigen:

1. Sicherlich kann eine gut qualifizierte interne Fach- oder Führungskraft das nötige Know-how haben, um einen Workshop zu moderieren. Wie aber bereits in einem unserer ersten Blogbeiträge zum Thema Moderation ausführlich erläutert, sind zu viel Fachwissen oder Interna für einen Moderator eher hinderlich. Ein Moderator muss sich auf den Diskussionsverlauf konzentrieren können und darf nicht über eigene fachliche Beiträge nachdenken und so abgelenkt werden.

2. Zudem benötigt ein Moderator die nötige Akzeptanz der Teilnehmer in der Gruppe. Da typischerweise noch immer sehr hierarchisch geprägte Gruppenzusammensetzungen vorherrschen, darf der Moderator nicht zu weit oben oder unten angesiedelt sein. Ist er zu weit oben angesiedelt, wird es ihm schwer fallen, als Moderator aus seiner angestammten Entscheider-Rolle raus zu gehen. Ist eher in der Kette zu weit unten angesiedelt, wird ihm ggf. die nötige Akzeptanz in der Gruppe fehlen. Das macht es schwierig, intern den passenden Moderator zu finden. Ein externer Moderator hat dieses Problem per se nicht.

3. Ein drittes Argument für eine externe Moderation ist die oftmals fehlende Zeit bei den internen Kräften für die entsprechende Vor- und Nachbereitung eines Workshops. Diese Arbeiten werden oftmals zeitlich unterschätzt. Eine gute Vorbereitung beginnt damit, dass man sich ausführlich mit der Zielsetzung des Workshops auseinandersetzt und die Teilnehmer rechtzeitig einbindet. Auch die zeitnahe Dokumentation der Workshop-Ergebnisse und die Bereitstellung an die Teilnehmer inklusive einem Aufgaben-Protokoll ist elementar und sollte sehr schnell erfolgen. Das bekommt der ins Tagesgeschäft eingebundene interne Mitarbeiter oftmals nicht geleistet.

In unserem nächsten Beitrag beschäftigen wir uns mit den acht Elementen einer guten Moderation.

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Moderation und Beratung – passt das?

Klassischerweise wird unter einem Unternehmensberater eine Person mit Expertenwissen verstanden. Wie in unserem letzten Blogbeitrag veröffentlicht, sollte ein Moderator jedoch nicht allzu viel Wissen mitbringen, da daraus die Gefahr entstehen kann, dass er die Gruppe nicht offen und vorurteilsfrei genug moderiert. Inwiefern passen also Beratung und Moderation zusammen?

Wenn wir zehn Jahre zurückgehen war die Welt eines Unternehmensberaters in der Tat dadurch gekennzeichnet, dass er regelmäßig in einem Spezialgebiet mehr wusste als sein Kunde. Im Jahr 2017 hat sich diese Welt jedoch deutlich verändert. Zwar gelten Berater gemeinhin noch immer als Experten in ihren jeweiligen Fachgebieten. Der Wissensvorsprung gegenüber ihren Kunden ist jedoch deutlich geschmolzen. Hierzu hat ganz wesentlich das Internet mit seinen Informations-Brokern wie z.B. Google oder Wikipedia beigetragen.

Der eigentliche Mehrwert eines Beraters liegt heute darin, dass er das in einem Unternehmen vorhandene explizite und implizite Wissen anzapft, miteinander verknüpft und daraus ohne Betriebsblindheit neue Lösungen entwickelt. Dies geht nur mit einem umfassenden Methoden-Know-how, was dem Berufsbild des Unternehmensberaters zu eigen ist.

Genau hier also dockt die Unternehmensberatung an die Moderation an. Beide Funktionen sind extrem kundenorientiert („Warum wollt Ihr Euch verändern?“), brauchen eine umfangreiche Frage-Technik („Wie, wann und mit wem wollt Ihr dahin?“) und benötigen eine Person, die großes Interesse an der Erzielung von Ergebnissen hat („Was wollt Ihr erreichen?“). Es ist daher nur folgerichtig, dass in den letzten Jahren immer mehr Berater begonnen haben, die fachlich losgelöste Moderation auf einer Meta-Ebene anzuwenden.

Letztlich ist die Moderation die Weiterentwicklung der Unternehmensberatung, indem sie das in einem Unternehmen vorhandene Know-how hebt, bündelt und dokumentiert. Warum die Moderation durch einen externen Moderator zielführend ist, erläutern wir Ihnen in unserem nächsten Blogbeitrag.

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Moderation ohne Fachwissen – geht das?

Fachwissen gilt in unserer Gesellschaft als etwas Elementares. Wer viel weiß, gilt als Experte und Experten kennen den Weg. Umso mehr drängt sich demnach die Frage auf, ob ein Moderator ohne entsprechendes Fachwissen eine gute Moderation und damit gute Ergebnisse im Sinne der moderierten Gruppe erzielen kann.

Um es vorweg zu nehmen: Wir glauben, dass ein Moderator nicht nur wenig Fachwissen benötigt, sondern dass es sogar kontraproduktiv sein kann, wenn ein Moderator zu viel Fachwissen hat. Hintergrund unserer Aussage ist, dass ein Moderator - wie bereits in unserem letzten Beitrag erwähnt - die Aufgabe hat, das Fach-Know-how der jeweiligen Teilnehmer in seiner Gruppe zu erhöhen. In unserer heutigen sehr komplex gewordenen Welt kann eine Person alleine nicht mehr das erforderliche Know-how besitzen. Die Aufgabe des Moderators ist es daher das vorhandene Fachwissen in einer Gruppe zu heben und zu bündeln.

Wenn der Moderator zu viel eigenes Fachwissen mitbringt, ist er oftmals so voll von dem, was er weiß, dass er keine Chance mehr hat zu hören, was die anderen sagen. Gerade hierin liegt aber ein Mehrwert des Moderators: Die unvoreingenommene Aufnahme und Dokumentation der bei den Gruppen-Teilnehmern vorhandenen Ideen und Gedanken. Vorurteilsfrei und ohne den Anspruch seine eigenen Ideen in den Raum werfen zu wollen.

Wichtiger als Fachwissen sind für einen Moderator exzellente Methodenkenntnisse, wozu auch und gerade das Stellen von Fragen gehört. An bestimmten Punkten kommen Gruppen in ihrer fachlichen Diskussion alleine oftmals nicht mehr weiter. Sie sind festgefahren, tauschen Argumente aus ohne auf den Inhalt des jeweils anderen  einzugehen. Ein weiterer fachlicher Gesprächspartner wäre hier wenig hilfreich. Genau an dieser Stelle kommt der Moderator ins Spiel. Er führt mit seiner Fragetechnik dazu, dass die Teilnehmer beginnen neu zu denken beziehungsweise  einen anderen Blick auf die bisher erarbeiteten Ergebnisse zu werfen. Gerade aus diesem Grund ist es von großer Bedeutung, dass ein Moderator eben nicht zu tief im eigenen fachlichen Saft schmort, sondern die Betriebsblindheit der Gruppenteilnehmer durch seine externe Brille auflöst.

Gleichwohl sollte ein Moderator profunde Grundkenntnisse der Rahmenbedingungen haben, innerhalb denen er moderiert. Eine Gruppe von Ingenieuren zu moderieren ohne deren Markt oder Umgebung zu verstehen ist sehr schwierig. Dabei muss der Moderator aber eben nicht der bessere Ingenieur sein.

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